21. November 2012 - Pascal Szewczyk

Beyond Tellerrand Konferenz in Düsseldorf

Zwei Tage in Düsseldorf. Eine kleine Rückschau auf eine wirklich gelungene Konferenz: Beyond Tellerrand.

16 Talks mit mehr oder weniger viel Inspiration. Viele Leute aus nah und vor allem fern. Überall die Möglichkeit ein Quätschen zu halten und nette Aussteller. So könnte man das Ganze schnell zusammenfassen.

Tag 1

Eye Movement and Typeface Legibility

eyemovement

Der erste Tag begann mit einem Vortrag über Blickführung und die Lesbarkeit von Schriften. Wie lang sind Zeilenlänge, wie werden sie erfasst und wie funktionieren Zeilenlängen in anderen Kulturräumen. Eine sehr interessante Erkenntnis war, dass arabische Schrift, im Gegensatz zu unserer, in den ersten 500ms beide Gehirnhälften beansprucht. Der Talk war ziemlich nerdy und daher sehr harte Kost. Höchst interessant, aber eben auch das Gyros mit Pommes vor einem Marathon.

Interacting Responsibly (and Responsively!)

Response Webdesign ist das Buzzword schlechthin zurzeit. Alles soll flowen, möglichst cool umbrechen und in allen Devices ein schönes Erlebnis liefern. Das Thema war ein klein wenig der rote Faden der Veranstaltung. Erfasst habe ich zu diesem Thema, dass - vermutlich werde ich dem Talk nicht ganz gerecht, wenn ich ihn auf zwei Dinge reduziere – Media-Queries auch in Video-Elementen funktionieren und das Picture-Element heißer Scheiß werden wird. Siehe hier.

Web Standards for cross-device design: what next?

lawson

Ich mag die Wahnsinnigen, die Unangepassten, die Authentischen. Nicht die, die sich zum Selbstzweck so darstellen, sondern die, die sind, wie sie sind. Bruce Lawson arbeitet bei Opera und ist wohl so jemand. Hier bleibt unbedingt festzuhalten, dass man sich unbedingt die REM Einheit zu Gemüte führen sollte. Dazu habe ich diesen kleinen deutschen Blog-Post auf die Schnelle gefunden. CSS3 Flexbox. Pointer Events. Media-Queries für Scripts. Media Queries für Hover und für Pointer. Es war einer der besten Talks der Veranstaltung. Very funny.
Zitat des Talks war:

CSS wants you to go to the Pub.

Und alle so yeeaah!

Colouring the Web

Geri Coady erklärte allen Anderen ein bisschen das Benutzen von Farben. Und auch wenn Mediengestalter zu sein wirklich keine Qualifikation zum Retten der Welt ist, so konnte ich den kleinen Wettbewerbsvorteil dazu nutzen ein klitzekleines Nickerchen zu machen.

Readability Per Square Centimetre

Ein unterhaltsamer Talk zu einem wirklich schwer zugänglichen Thema: Typographie.
Luc(as) de Groot zeigte viele verschiedene Typos mit verschiedenen letter-spacings und Zeilenhöhen. Es erinnerte mich daran zwischen den Jahren mal wieder in mein Lieblings-Typobuch zu tauchen:
Typographie, Otl Aicher

Festzuhalten bleibt auch, dass in einem sehr trockenen Talk manchmal Bilder einzubauen, die Interesse wecken, ein ziemlich gutes Tool ist, das Publikum am Leben zu erhalten. Guter Stil.

The Accidental Founder

Ich glaube, es war ein wirklich großartiger Talk, zu einem sehr leidenschaftlichen Thema. Ich weiß nichts mehr darüber und ich hab meine Aufzeichnungen eingestellt. Ich freue mich auf das Video. Ebenso beim letzten Talk.

Never Ready

Am zweiten Tag fuhr ich mit dem Auto nach Düsseldorf und überlegte mir, was ich von dem Talk noch wusste und mir fiel nur ein, dass 40 Chinesen in seinem Garten standen. Im laufe des Tages viel mir dann ein, dass dies der vorletzte Talk war und beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir auf, dass es der vor-vor-letzte Talk war. Alter Schwede. Meine Aufnahmefähigkeit war erschöpft. Mein Power-Nap während des Colour-Talks hat nicht gereicht. Schade :-(

Tag2

Tamagotchi Galore

tamagotchi

Andre Jay Meissner begann seinen Vortrag mit einer Rückblende auf die aufkommende Tamagotchi-Ära Ende der 90er Jahre. Die kleinen schnuckeligen Devices, die man hegen und pflegen musste, die unsere Aufmerksamkeit für sich beanspruchten und von Schulhöfen verbannt wurden. Die Parallele zu unserem heutigen Umgang mit Smartphones war verblüffend und auch wenn der Saal am frühen Morgen noch spärlich besetzt war, konnte man von den anschließenden Debugging-Tools eine Menge mitnehmen.

Mobile Debugging

Remy Sharp begann seinen Talk mit der Erklärung, dass er ein großer Fan von Debugging ist. Er stellte ebenfalls zahlreiche Debugging-Tools vor und spannte damit den Bogen zu Jays Vortrag. Ziemlich gutes Thema, könnte man mal einen eigenen Blog-Post zu widmen. Wie nahezu allen Talks.

Visual improvisation – Using playfulness to spark ideas

Hier haben wir den Gewinner der diesjährigen Beyond Tellerrand. Der Vortrag von Eva-Lotta Lamm war AWESOME und ich benutze das Wort wirklich nicht so häufig. Ein Vortrag über die Kraft von einfachen Zeichnungen. Keine großen Perfektionsmaßstäbe ansetzen, sondern einfach mal loslegen. Krumme Zeichnungen sind besser als gar keine, wenn man so will. Darüberhinaus zeigte sie ein paar wirklich schöne Street-Art Beispiele, die alle zusammen nicht perfekt, sondern aus anderen Gründen “toll” waren. Es war ein wirklich gut vorbereitete Vortrag über spontante Dinge. Herrlich.

Branching Out

Ben Bodien machte einen Soft-Skill Vortrag über Potentiale, wer man ist, wo man herkommt, ein bisschen Psychologie, eine kleine Defintion über “Flow”, was mich ebenfalls inspiriert darüber mal zu schreiben. Die Liste wird länger. Sehr lustig war ein Beispiel, wie viel einem Zeit Wert ist und das es für “To get the cow off the ice” kein Equivalent in englisch gibt.

Adapting to Responsive Design

Danach gab es noch den selben Mark Boulton Votrag, wie man ihn in ähnlicher Form auf der Fronteers-Konferenz zu sehen bekommen hat. Vielleicht gab es partikulare (höhö) Änderungen, die Aufmerksamkeit war aber nicht mehr gegeben, so dass ich mit dem Talk auch meine Beyond Tellerrand abschloss.

Zusammenfassung

Beyond-Tellerrand ist, glaube ich, das Beste, was man Konferenz-technisch bekommen kann. Der Umfang der Themen ist Wahnsinn. Hin und wieder hat man mal einen Ausbrecher nach unten, aber das ist eben der Preis für wirklich gute Ausbrecher nach oben. Ich freu mich auf nächstes Jahr.

Darüber hinaus gab es sehr nette Aussteller, ich war kurz bei Blackberry, weil ich hoffe, dass es diese schnuckelige gute Firma noch weiterhin geben wird und ich kaufte T-Shirts bei ILLHILL und machte da gleich noch einen Praktikumsplatz klar ;-) Ich möchte beim siebdrucken mal beiwohnen, was sie mir anboten.

illhill

Schade, dass man so einer super Konferenzen mit einem Blogbeitrag kaum gerecht werden kann, es gab noch so viel mehr und ich werde vermutlich noch ein paar Tage brauchen um klar zu kommen…

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