24. September 2013 - Pascal Szewczyk

Abnahme-Prozess im Responsive-Design

Wenn ich nicht als Webdesigner für eigene Kunden arbeite, bin ich die meiste Zeit als freier Webentwickler, also als Freelancer für andere Agenturen oder größere Firmen beschäftigt.

In letzter Zeit hat das Thema "Responsive Webdesign" noch mal so richtig an Fahrt aufgenommen. Kaum ein Projekt das ohne fluides Layout von mir umgesetzt wird. Dabei ist mir eine kritische Schwachstelle aufgefallen, die in früheren non-responsive Projekten einzig und alleine im Verantwortungsbereich des Freelancers lagen. Also bei mir.

Die Abnahme

"Ich dachte das wäre fertig. So wie in den Layouts."

War früher ein gutes Mittel, die eigene Qualitätskontrolle einfach dem Auftragnehmer, also mir, in den Verantwortungserbeich zu schieben. Und im Grunde war das auch moralisch und juristisch in Ordnung.

Heute ist das anders.

In einem aktuellen Projekt teste ich folgende Browser und Geräte:

  • Internet Explorer 8
  • Internet Explorer 9
  • Internet Explorer 10
  • Aktuellster Chrome Mac
  • Aktuellster Chrome Win
  • Aktuellster Firefox Mac
  • Aktuellster Firefox Win
  • iPhone
  • iPad 4
  • Nexus 7 - Chrome
  • Nexus 7 - Firefox
  • Galaxy S4 - Stock Browser
  • Galaxy S4 - Firefox

Das sind, ob die Device-Liste sinnvoll erscheint oder nicht, 13 Browser mit unterschiedlichen Auflösungen, hoch und breit.

Auch mit Absprachen und iterativen Design-Schleifen kommt es zu Problemen, die ich als Freelancer nicht mehr verantworten kann. Der Haken für die Abnahme muss vom Endkunden kommen. Es geht nicht mehr ohne.

"Aber so wie in den Layouts!"

Damals war die Bringschuld und Frage der Verantwortlichkeit eindeutig geklärt. Diese lagen nämlich bei mir.

Ein Abnahme-Sheet

Ich bin dazu übergegangen Abnahme-Sheets zu erstellen. In denen einzelne Browser und einzelne Geräte aufgeführt sind. In den Spalten die einzlenen HTML/CSS/JavaScript Module.

Bei 13 Brosern und 30 HTML Modulen gibt es 390 abzunehmende Punkte.

sheet

Der Kunde kann dann sagen, was wo fertig ist und hat die Gewissheit über das was passiert und wie weit der Fortschritt ist.

Was mir nämlich im Moment auch häufig widerfährt ist folgende Situation:

"Und wie sie sieht's aus? Wird das bis Freitag fertig?"

Ist eine gut gemeinte Nachfrage, die in früheren Projekten auch durchaus ihre Berechtigung hatte, aber heute auch von mir nicht mehr beantwortet werden kann.

  • Hat der Kunde die fluiden Module gesehen?
  • Sind diese getestet?
  • Und auch abgenommen?
  • Oder gibt es Korrekturen in bestimmten Auflösungen?
  • Oder unvorhergesehen Probleme?

Auch da hilft das Abnahme-Sheet für alle das aktuelle Projekt transparent zu machen.

Noch besser wäre natürlich ein Jira oder Redmine Projekt-Tool und ausreichend gut beschriebene Feature-Tickets und Bug-Reports, aber oft bin ich als Freelancer nicht in der Position so etwas im Projekt zu installieren.

Ein Sheet auf Google Drive bekomme ich aber in der Regel hin. Da die Vorteile ziemlich schnell offensichtlich werden, sind auch andere Projektteilnehmer damit schnell einverstanden.

Vielleicht ist es noch nicht die endgültige Lösung aber ich bin auf dem Weg dorthin.

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